Der Ablauf einer Ballonfahrt   

 

Wetter Infos vor einer Ballonfahrt    Die 3 Abschnitte einer Fahrt

 

  

 

 

Allgemeines

Der Start

Die Fahrt

Die Landung

Die Taufe

Die Taufurkunde

Wetter Infos

 

Fish Eye Bilck in meine Hülle

Fahrt im Hochsauerland 2008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allgemeines

 

Die richtige Kleidung ?:


Die Kleidung sollte natürlich sportlich-leger sein, d.h. am besten eine lange Hose und vor allem Dingen festes Schuhwerk, damit die Knöchel geschützt sind, denn wir landen auch schon mal in einem frisch gepflügten Acker oder einer feuchten Wiese. Besonders warm brauchen Sie sich nicht anzuziehen, denn im Ballonkorb spürt man keinen Wind. Und da wir genauso schnell sind wie der Wind, ist es "oben" oft angenehmer als "unten". Im Winter sind aber warme Schuhe zu empfehlen. Kurz gesagt, die Kleidung so wählen wie zu einer Wanderung zur gleichen Jahreszeit.

 

 

 

Wann kann man fahren ?:


Ballonfahren kann man das ganze Jahr über, nur ist im Frühjahr und im Herbst, durch Stürme, Regen oder auch Gewitter eine Fahrt manchmal nicht möglich. Da Heißluftballone nur nach VFR-Regeln (= Visual Flight Rules) d.h. Sichtflugregeln, fahren dürfen und nur ohne Thermik starten bzw. landen können wird die Zeit, in der wir fahren können auf folgende Zeiten eingeschränkt: am Morgen: eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang (Sun Rise) bis zwei Stunden nach Sonnenaufgang, am Abend: Zwei Stunden vor Sonnenuntergang (Sun Set) bis eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang. Der Pilot informiert sich über das Wetter bzw. die Wetterentwicklung durch eine Beratung beim flugmeteorologischen Dienst, und nur wenn der "Wetterfrosch" sein O.K. gibt entscheidet letztendlich der Pilot, ob zu einer Fahrt gestartet wird. Da man also sehr von Wetter, Vorschriften und Tageszeit abhängig, kann man auch nicht langfristig planen. 


Wie lange dauert eine Ballonfahrt ?:


Die reine Fahrtzeit in der Luft beträgt etwa eine Stunde, wenn man allerdings das Aufrüsten, die Fahrt, die Bergung, die Taufe und die Rückfahrt zum Startplatz zusammen sieht; kommen leicht drei oder vier Stunden zusammen. Das gesamte Equipment befindet sich im Verfolgerfahrzeug mit Hänger.  Dazu gehören:
1. Der Korb
2. Die Hülle
3. Die Gaszylinder
4. Der Ventilator
5. Der Brenner
6. Das Flugfunkgerät evtl. ein Transponder
Das Verfolgerfahrzeug ist ebenfalls mit einem Flugfunkgerät ausgestattet, so dass die Kommunikation zwischen Ballon und Verfolger gewährleistet ist. Nach dem Start des Ballons fährt der Verfolger dem Ballon hinterher und die Crew-Mitglieder helfen nach der Landung bei der Bergung des Ballons.

Füllen: Der Start

 

Aufrüsten des Ballons:


Nachdem alles aus dem Anhänger ausgeladen worden ist, beginnt man mit dem Aufbau des Korbes, indem man das Gestänge, dass den Brenner aufnimmt und an dem auch die Hülle befestigt wird, mit dem Korb verbindet. Dann werden die  Gaszylinder (normal sind vier Stück, mit 20 Kg handelsüblichem Propangas gefüllt) in den Korb geladen und befestigt, der Brenner eingehängt und die Gaszylinder mit dem Brenner mittels Schläuchen verbunden. Dann wird der Korb auf eine Breitseite gelegt und die Ballonhülle an dem Gestänge  befestigt. Danach wird die Hülle aus dem Aufbewahrungssack herausgezogen. Wenn dies alles geschehen ist, wird in die Hülle, durch einen großen Ventilator (Gebläse), Umgebungsluft  hineingeblasen, bis die Hülle prall  daliegt. Mit den Brennern, die eine Leistung von je 3000 PS Wärmeleistung haben, wird die Luft in der Hülle aufgeheizt, bis dass sich der Ballon aufrichtet. Damit sind alle technischen Voraussetzungen für einen Start erfüllt.


Nach dem alle in den Korb eingestiegen sind und der Pilot die Starterlaubnis des Startleiters (bei Veranstaltungen) oder des Fluglotsen (bei Starts innerhalb von Flugplatzkontrollzonen) erhalten hat, wird die Luft in der Hülle weiter erwärmt, und die heiße Luft in der Hülle steigt, getreu dem physikalischen Prinzip - heiße Luft ist leichter als kalte und steigt auf - nach oben und nimmt den Ballon mit.

 

 

Fahren: Die Fahrt

Ist nach dem Start die Fahrthöhe, die der Pilot angestrebt hat  erreicht, wird durch periodisches Zünden des Brenners diese Höhe beibehalten. Hier sagen die Vorschriften folgendes aus: Die Mindestfahrhöhe über bebautem Gebiet (Dörfer, Städte, Autobahnen usw.) muß 300 Meter betragen, die Mindestfahrhöhe über unbebautem Gebiet (also Felder, Wiesen, usw.) muß 150 Meter betragen. Außentemperatur und Zuladung beeinflussen den Gasverbrauch. Man rechnet als grobe Richtlinie pro Zylinder eine halbe Stunde Fahrzeit, wobei der vierte Zylinder als Sicherheitsreserve nicht benutzt wird. Wenn also zwei Zylinder leergefahren sind, wird der Pilot nach einem geeigneten Landeplatz ( eine Wiese oder einen Acker) Ausschau halten und die Landung einleiten. Dann war man in der Regel ca. eine Stunde in der Luft.

 

 

Landen: Die Landung 


Durch das Vergrößern der Pausen zwischen den "Heizintervallen" kühlt die Temperatur in der Hülle ab und der Ballon sinkt langsam tiefer. Will man aber schneller sinken, so lässt sich im Top des Ballons eine Ventilöffnung betätigen, aus der die heiße Luft dann ausströmt. Weil der Ballon genauso schnell ist wie der Wind, wird auch mit der Geschwindigkeit gelandet, die er in der Luft hatte - der Ballon läßt sich nicht bremsen. Wenn abends der Wind "eingeschlafen" ist, gibt es meistens eine "stehende" Landung (d.h. der Korb kippt nicht um). Es kann aber auch schon mal vorkommen, daß der Korb von der Hülle über den Acker oder die Wiese gezogen wird. Um dann die "Bremsspur" möglichst kurz zu halten öffnet der Pilot das "Entleerungsventil" im Top des Ballons und die heiße Luft kann schneller ausströmen. Ebenso wird das Entleerungsventil bei einer stehenden Landung geöffnet und der Ballon wird von "Hand" abgelegt. Wichtig ist bei allem, dass man sich genau an die Anweisung des Piloten hält, denn nur er kennt den Ballon und die evtl. Gefahren.Nach der Landung, wenn der Ballon abgelegt ist und zur Ruhe gekommen ist, beginnt die Bergung. Inzwischen ist auch das Verfolgerfahrzeug mit dem Rest der Crew eingetroffen und der Ballon wird jetzt in umgekehrter Reihenfolge wie beim Aufrüsten, wieder abgebaut und verpackt. Also Hülle zusammenlegen und in dem Aufbewahrungssack verstauen. Gaszylinder, Brenner und Gestänge werden wieder abgebaut und alles im Anhänger verstaut.

 

            

Die Taufe:

Wer zum ersten Mal eine Ballonfahrt gemacht hat. der kennt die Zeremonie der Ballontaufe nur allzu gut. Am eigenen Leib muss er die alte Tauf- Tradition mit den drei Elementen über sich ergehen lassen. Und damit bewegt sich jeder neue Ballonfahrer auf historischen Spuren.

Der Weg in den Adelsstand der Ballonfahrer

Die erste Fahrt war ein wunderbares Abenteuer, das den Erfindern Ruhm und Ehre einbrachte. Der König erhob die Papierfabrikanten und Forscher Montgolfier damals in den erblichen Adelsstand, ihrem Wappen gab er den Wahlspruch SIC ITUR AD ASTRA, was so viel heißt wie, "So geht der Weg zu den Sternen". Und auch dieses Stück So wirds gemacht.  Tradition blieb erhalten und wird auch vom Oeventroper Ballonteam gepflegt. Denn auch heute werden alle Ballonfahrer in diesen "Adelsstand" erhoben, wenn sie zum ersten Mal im Korb eines Ballons gegen den Himmel aufgestiegen sind. Doch vor der Aufnahme in die über 200 Jahre alte Ballonfahrerzunft gibt's die feierliche Taufzeremonie mit den unverzichtbaren Elementen Feuer, Wasser und Erde: Der Täufling kniet auf dem Boden nieder. Eine kleine Haarsträhne wird dem Feuer, das den Ballon in die Lüfte trug, geopfert - und sofort mit kostbarem Nass einem kühlen Bier versteht sich - gelöscht. Eine Handvoll Landeerde oder Sand wird sodann in den Haaren verrieben.

   Ab sofort nur noch "Ballonfahren" !!!

Die neuen Ballonfahrer erhalten damit sämtliche Rechte auf Besitz und Lehen der überfahrenen Ländereien, allerdings erst ab ein Höhe von 1.000 Fuss. Als Getaufte dürfen sie nie mehr vom "Ballonfliegen", so nur noch vom "Fahren" sprechen. Auch der Luftgrafenname darf nie wieder vergessen werden. Dann wird mit dem Verfolgerfahrzeug zurück zum Startplatz gefahren und ein schönes Erlebnis findet hier sein Ende.

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www.Ballonteam-Sauerland.de